Reflexion und Neuausrichtung im neuen Jahr

Reflexion und Neuausrichtung im neuen Jahr

Das Jahr hat gerade begonnen und ist die Möglichkeit für noch einmal zurückzublicken, was war gut, was war schlecht, was kann gehen und was kann bleiben, um sich für das Jahr neu auszurichten. Normalerweise versuche ich das bereits vor Silvester zu machen. Solltest du aber noch nicht dazu gekommen sein, hast du auch im Januar noch die Möglichkeit es nachzuholen.

Wie du bewusst zurückblickst, loslässt und neue Ziele formulierst

Der Jahresanfang oder ein persönlicher Wendepunkt fühlt sich oft nach Neuanfang an. Gleichzeitig ist er selten laut oder spektakulär. Meist beginnt Veränderung leise, mit einem Innehalten und ehrlichen Fragen an uns selbst. Reflexion ist kein Rückschritt, sondern die Grundlage für Klarheit, Ausrichtung und nachhaltige Ziele.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Reflexion so wichtig ist, wie du bewusst neu startest und wie du Ziele formulierst, die wirklich zu dir passen.


Warum Reflexion der erste Schritt für Veränderung ist

Reflexion bedeutet, bewusst zurückzuschauen, ohne sich zu verurteilen. Studien aus der Psychologie zeigen, dass Selbstreflexion dabei hilft, Erfahrungen zu verarbeiten, Muster zu erkennen und emotional ausgeglichener zu werden. Wer regelmäßig reflektiert, trifft langfristig bessere Entscheidungen und lebt zufriedener.

Nimm dir ein Blatt Papier, ich nutze dafür auch ein eigenes Notizbuch genau für diesen Zweck, und schreibe dir all deine Highlights aus dem letzten Jahr auf. Oftmals vergessen wir vor allem was am Anfang des Jahres alles passiert ist oder sehen das Jahr insgesamt in einem schlechten Jahr nur weil es weniger schön endete. Ich ziehe für diese Übung meistens auch meinen Kalender heran, um auch nichts zu vergessen.

Schreibe danach deine Lowlights des Jahres auf. Auch wenn ich der Meinung bin, dass den negativen Ereignissen nicht zu viel Beachtung geschenkt werden sollte, ist es wichtig, um Vergangenes zu Verarbeiten und zu Verabschieden.


Loslassen als Teil des Neustarts

Ein Neustart bedeutet nicht immer, etwas Neues hinzuzufügen. Oft beginnt er damit, Altes loszulassen. Erwartungen, Rollenbilder, Ziele, die nicht mehr stimmig sind. Loslassen schafft mentale Freiheit und reduziert inneren Druck.

Hilfreich ist dabei eine einfache Frage:
Was tue ich gerade nur aus Gewohnheit und nicht aus Überzeugung?

Alles, was keine Energie gibt, darf zumindest hinterfragt werden.

Erst wenn wir das erkennen, entsteht Raum für echte Neuausrichtung.

 

Die richtigen Fragen für deine Neuausrichtung

Statt sofort neue Ziele zu formulieren, lohnt es sich, zuerst die richtigen Fragen zu stellen. Gute Fragen öffnen Perspektiven und bringen Klarheit.

Fragen für deine persönliche Reflexion:

  • Wann habe ich mich in letzter Zeit wirklich ruhig und zufrieden gefühlt?

  • Welche Tätigkeiten geben mir Energie, welche rauben mir sie?

  • Was möchte ich dieses Jahr weniger fühlen? Stress, Druck, Überforderung?

  • Was soll mehr Raum bekommen? Freude, Kreativität, Verbundenheit?

Diese Fragen helfen dir, dich neu auszurichten, ohne dich zu überfordern.


Ziele formulieren, die sich gut anfühlen

Auch wenn das Vornehmen von Neujahrsvorsätzen einen schlechten Ruf bekommen hat, bin ich dennoch Fan davon. Viele Ziele scheitern nicht an mangelnder Disziplin, sondern daran, dass sie nicht mit den eigenen Werten übereinstimmen. Nachhaltige Ziele fühlen sich nicht wie ein Muss an, sondern wie eine Einladung.

Ich formuliere Ziele immer aufgeteilt in diese vier Lebensbereiche:

  1. Mind & Health: Alles, was mit gesunden Routinen und deiner physischen und psychischen Gesundheit zu tun hat.
  2. Spaß: Alles, was mit Freunden und deinen Hobbys zu tun hat
  3. Love & Family: Alles, was mit deinem/r Partner/in und der Familie zu tun hat
  4. Karriere & Finanzen: Alles, was mit Geld und deinem beruflichen Werdegang zu tun hat

In jedem schreibe ich zwei bis maximal fünf Ziele auf und achte darauf, sie so zu formulieren, dass sie:

  • realistisch oder leichte Moon-shot-Ziele
  • im besten Fall messbar oder auf ein Gefühl abzielend
  • auch das beibehalten von Routinen sollte in deine Ziele rein

Überlege dir, was für ein Typ bist du? Stapelst du oft zu tief und darfst dir gerne mehr zu trauen, dann probiere es mal mit Moon-Shot Zielen. Das sind Ziele, die deutlich über das "Muss" hinausgehen und dich daran hindern sollen klein zu denken. Wenn du eher der Typ bist, dass du hinschmeißt sobald das Ziel einmal gerissen wurde, sollte realistischer planen. 

Fazit: Neuausrichtung beginnt mit Ehrlichkeit

Reflexion, Neustart und Neuausrichtung sind kein einmaliger Prozess. Sie begleiten uns immer wieder, in kleinen und großen Lebensphasen. Je ehrlicher wir uns selbst begegnen, desto klarer wird unser Weg. Sollte Neujahr für dich allerdings gerade zu belastend oder stressig sein, lass dir sagen, dass du es auch zu jedem anderen Zeitpunkt des Jahres machen kannst. Die meistens Menschen haben, um Weihnachten und Silvester Urlaub, den sie zuhause verbringen, weshalb es sich anbiete dann solche Übungen zu machen.

Letztendlich ist es wichtig das zu tun, was sich für dich richtig anfühlt. Ich mache dies nun schon seit vielen Jahren und habe letztendlich meine eigene Methode dafür gefunden. Ich empfehle dir einiges auszuprobieren und so immer näher an dein eigenes Neujahrsritual zu gelangen.

 

 

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf Erkenntnissen aus der Psychologie, Achtsamkeitsforschung und Positiven Psychologie. Dazu zählen unter anderem Arbeiten und Veröffentlichungen von:

  • Oettingen, G. (2014). Rethinking Positive Thinking. New York: Penguin Random House.
  • Locke, E. A. & Latham, G. P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation. American Psychologist.
  • Seligman, M. E. P. (2011). Flourish. New York: Free Press.
  • Greater Good Science Center, University of California, Berkeley
  • Psychology Today – Beiträge zu Selbstreflexion, Visualisierung und Zielsetzung
  • Harvard Business Review – Artikel zu Motivation, Fokus und persönlicher Entwicklung
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